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Managergehälter
»Laut Paragraf 81 des Aktiengesetzes ist darauf zu achten, dass die Vorstandsbezüge in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben des Vorstandsmitglieds und zur Lage der Gesellschaft stehen«, beginnt Herr Roth, Dozent für Wirtschaft und Politik an einer privaten deutschen Fachhochschule, seine Vorlesung.
»Was in welcher Situation angemessen ist, gibt der Gesetzgeber nicht vor«, so Roth weiter.
info
Managergehälter von DAX-Unternehmen 2006
| 1. | J. Ackermann (Deutsche Bank) | 13,1 Mio. € |
|---|---|---|
| 2. | H. Kagermann (SAP) | 9,0 Mio. € |
| 3. | W. Reitzle (Linde) | 7,4 Mio. € |
| 4. | H. Roels (Rewe) | 6,9 Mio. € |
| 5. | M. Diekmann (Allianz) | 5,4 Mio. € |
| 6. | H.-J. Körber (Metro) | 4,7 Mio. € |
| 7. | N. von Bomhard (Münchener Rück) | 4,1 Mio. € |
| 8. | K. Zumwinkel (Deutsche Post) | 4,1 Mio. € |
| 9. | K.-P. Müller (Commerzbank) | 3,7 Mio. € |
| 10. | M. Wennemer (Continental) | 3,5 Mio. € |
Quelle: Spiegel.de
Ein Raunen und Gelächter ertönt im Hörsaal, eine zu erwartende Reaktion. Die Diskussion um Managergehälter ist momentan ein ständiges Thema. Sie füllt Zeitungen, Talkrunden und Internetforen.
»Seit dem Jahr 2005 sind die Unternehmen zur namentlichen Offenlegung der Vorstandsbezüge verpflichtet, wovon die festen und erfolgsabhängigen Anteile einzeln aufgeschlüsselt werden müssen.
Dies kann lediglich durch eine Zweidrittelmehrheit in der Hauptversammlung verhindert werden. Davon profitieren vor allem die Familienunternehmen.« Herr Roth erläutert seinen Studenten die sachlichen Fakten, die die öffentliche Diskussion überhaupt erst möglich gemacht haben.
Diese Debatte polarisiert momentan ganz Deutschland. Die Frage, ob die Bezüge einer Führungskraft in einem millionenschweren Rahmen liegen dürfen, beschäftigt die Politik ebenso wie Wirtschaftsfachleute oder den Stammtisch um die Ecke.
Auch Frau Merkel äußerte sich und wies darauf hin, dass dieses Thema keinesfalls als »Neiddebatte« abgetan werden dürfe.
Gerade dies ist jedoch eine Haltung, die im Zusammenhang mit dem Thema Gehälter häufig auftritt.
So äußern sich auch die Studenten dieser Vorlesung in vergleichbare Richtungen. Stimmen werden laut und die Vorlesung wird durch Zwischenrufe gestört:»Mit welcher Berechtigung verdienen die soviel Geld?«
»Mitarbeiter entlassen, aber selber immer mehr einstecken«
»Die bekommen den Hals nicht voll.«
Nutzerkommentare zu diesem Artikel
Kommentieren | Kommentare 1 bis 7 von 7
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Alex
kommentierte am 12. Februar um 10:52 Uhr:
»Nur so zum Vergleich:
Madonna verdient im Jahr 72 Mio. US-Dollar. Das ist bei dem aktuellen Dollarkurs etwa so viel wie die sieben bestbezahltesten Manager deutscher Unternehmen zusammen.
Dieter Bohlen verdient nach eigenen Angaben mehr als Deutsche Bank-Vorstand Josef Ackermann, Stefan Raab verdient angeblich eine halbe Millionen Euro pro Monat und käme somit auf 6 Mio. Euro pro Jahr.
Oliver Kahns Einkommen wird auf knapp 10 Mio. Euro pro Jahr geschätzt, Michael Ballack streicht angeblich wöchentlich 200.000 Euro ein, das wären auch etwa 10 Mio. Euro pro Jahr.
Die Vergütung für einen TV-Auftritt (keine Werbung) von Günther Jauch oder Harald Schmidt wird auf 80.000 bis 100.000 Euro taxiert. Für nur einen Auftritt.«
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Stefanie
kommentierte am 04. Januar um 13:05 Uhr:
»Hallo Zusammen,
interessante Diskussion!!
Ich finde auch, das das Thema Entlassungen eine wichtige Rolle spielt bei der Frage wieviel Gehalt einem Manager zusteht. Die Entlassungen werden ja oftmals mit Argumenten begründet, die sich auf Geld beziehen. Sprich es muss gespart werden. Um eine solche Aussage den nötigen Wahrheitsgehalt zu vermitteln geht es in meinen Augen nicht, dass sich ein Manager im selben Moment das Gehalt verdoppelt. Zumal dieses Gehalt ja oftmals von Erfolgen abhängig ist. Und ich finde es ist kein Erfolg Kosten zu senken indem ich Mitarbeiter entlasse und anschließend meine Prämien für gesenkte Kosten einheimse.« -
Pipa
kommentierte am 01. Januar um 23:26 Uhr:
»Weiß nicht, was daran polemisch sein soll. Natürlich haben Unternehmen das Ziel möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Aber deshalb haben sie trotzdem eine gesellschaftliche Verantwortung bzw. vor allem eine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern, denn die ermöglichen es doch überhaupt erst, das Gewinne dieser Höhe erzielt werden.
Wünsche ein frohes, und hoffentlich gerechteres Jahr 2008 (wobei ich da wenig Hoffnung habe)!«
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Mario
kommentierte am 30. Dezember um 22:10 Uhr:
»Aber das ist doch genau polemische Sichtweise, die das Thema nicht weiterbringt.
Klar sieht der Mitarbeiter auf unteren Lohnstufen erstmal nur seine persönliche Situation und wenn er seinen Job verliert wird das Verständnis für die Entwicklung des Gesamtunternehmens weniger ausgeprägt sein. Aber als Nicht-Direkt-Betroffener sollte man schon eine etwas objektivere Sichtweise einnehmen. Unternehmen haben nunmal die Zielsetzung möglichst hohe Gewinne zu erzielen um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie existieren ja nicht zum Selbstzweck…Guten Rutsch!«
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Pipa
kommentierte am 28. Dezember um 14:32 Uhr:
»
"Der Konzern macht Riesengewinne, aber die Mitarbeiter werden entlassen." Das ist natürlich ne sehr begrenzte Betrachtungsweise, die ich so nicht teilen kann.
So begrenzt finde ich diese Betrachtungsweise gar nicht - zumindest hat sie einen wahren Kern. Denn letztlich ist dies das Bild, das beim "kleinen Mann" ankommt, der seinen Job verliert und sieht wie sich die Bezüge seines obersten Ex-Chefs Jahr um Jahr auf ohnehin schon exorbitantem Niveau weiter erhöhen. Ich finde, das ist ne sehr traurige Entwicklung, was nun zum Glück anscheinend auch die Politik erkannt hat. Ob da jedoch was passiert, halte ich eher für fraglich. Leider.«
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Mario
kommentierte am 23. Dezember um 13:24 Uhr:
»Das ist wirklich ein heikles Thema. Grundsätzlich finde ich es immer schlimm, wenn diese Diskussionen in eine polemische Richtung abdriften. Das ist ja oft der Fall, wenn es um Herrn Ackermann, der ja das verkörperte Feindbild bei der Neiddebatte darstellt, geht. Da heißt es dann immer so schön: "Der Konzern macht Riesengewinne, aber die Mitarbeiter werden entlassen." Das ist natürlich ne sehr begrenzte Betrachtungsweise, die ich so nicht teilen kann.
Personen in diesen Positionen haben außerordentliche Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, Konzerne dieser Größenordnung zu führen. Solche Leute gibt es eben nur sehr selten und sie haben auch eine enorme finanzielle Verantwortung. Das muss natürlich entsprechend honoriert werden. Was ich viel fragwürdiger finde ist die Verhältnismäßigkeit. Wie rechtfertigt ein Herr Wiedeking ein Jahresgehalt von 60 Millionen gegenüber anderen Manager die deutlich unter 10 Millionen liegen. Ich denke, hier sollte man ansetzen.
Der Fließbandarbeiter bei Porsche wird auch nicht sechs mal soviel verdienen wie der bei VW…« -
Karri
kommentierte am 23. Dezember um 12:16 Uhr:
»Schweres Thema aber ich denke, dass es in Deutschland leider oftmals nicht darum geht ob Löhne oder Gehälter gerecht sind. In meinen Augen geht es oftmals um Neid. Viele Kritiker kommen nicht damit klar in gleicher Weiße zu verdienen, vergessen aber oftmals den Aufwand eines Managers der dazu führt diese riesigen Summern zu verdienen.
Ich muss sagen, dass ich nicht tauschen möchte. Auch wenn das viele Geld sicher reizvoll ist, muss ich sagen das man auch ohne das viele Geld glücklich werden kann.In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest!!«
