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Frau Meier sitzt während der Arbeit zu lange auf dem Klo.

schrieb Johst am 22.04.2008 um 22:40 Uhr im Ressort Arbeitswelt.

Datenklau, Überwachung, Spionage – Wörter, die komischerweise gerade in letzter Zeit immer öfter zu hören sind. Seien es DVDs, die von Lichtensteiner »Daten-Banken« geklaut wurden oder das neue Datenschutzgesetz, was vor deutschen Gerichten erst einmal in seine Schranken verwiesen wurde. Die Thematik geht immer wieder in dieselbe Richtung.
In den vergangenen Wochen wurde in meinen Augen dann dem Fass der Boden ausgeschlagen als erste Berichte über die Spionage von Mitarbeitern der Handelsgruppe Lidl ans Tageslicht kamen. Mitarbeiter, die bei der Arbeit von zahlreichen Überwachungsmedien regelrecht ausspioniert wurden.
Das muss man sich mal vorstellen. Wie glaubwürdige deutsche Medien berichten, gingen diese »James Bond-Methoden« soweit, dass private Gespräche abgehört oder Taschen durchsucht wurden. Kleine Minikameras, die offiziell die Kette vor Ladendieben schützen sollten, verrichten die Bespitzelungen und Detektive protokollierten die Geschehnisse akribisch genau. Auf Spiegel.de habe ich dazu folgenden Eintrag gefunden, der deutlich macht, wie weit und wie banal diese Aufzeichnungen waren.

»Mittwoch, 14.05 Uhr: Frau M. möchte in ihrer Pause ein Telefonat mit ihrem Handy führen, es erfolgt die automatische Ansage, dass das Guthaben auf ihrem Prepaid-Handy nur noch 85 Cent beträgt. Schließlich erreicht sie telefonisch eine Freundin, mit welcher sie heute Abend gerne gemeinsam kochen würde, dieses setzt aber voraus, so Frau M., dass ihr Gehalt bereits gutgeschrieben wurde, da sie ansonsten kein Geld mehr hätte, um einzukaufen." (Quelle: www.spiegel.de)

Stellt sich mir die Frage, zu welchem Zwecke derartige Informationen gesammelt werden. Ich denke nicht, dass daraufhin die Auszahlungszeiträume der Gehälter nach vorne verschoben wurden. Eine unglaubliche Geschichte wie ich finde, die in keinem Fall Schule machen darf. Die Reaktionen der Bevölkerung waren daraufhin eindeutig. Unverständnis und Solidarität für die Mitarbeiter sind letztendlich die entscheidenden Reaktionen, die Lidl für dieses Fehlverhalten bestrafen wird. Hoffen wir mal, dass diese Affäre mit den vergangenen Nachrichten ein Ende hat. Derzeit grassieren nämlich weitere Gerüchte, wonach die PIN-Nummern der Kunden durch die Überwachungskameras einsehbar waren. Ob es da nicht mal noch ein weiteres unangenehmes Erwachen gibt…

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